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Old April 7th, 2008, 03:01 AM   #10 (permalink)
Emi
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HerrSchaft - TeslaBand: HerrSchaftAlbum:TeslaGenre:Electro, Industrial MetalLabel:Code666Bewertung:4 von 7Releasedatum04.04.08
"Widerstand ist zwecklos! Oder doch nicht?"

Nachdem die Franzosen HERRSCHAFT im letzten Jahr bereits eine EP vorlegten, wird uns nun das erste Machwerk mit Langspielzeit serviert. „Tesla“ beinhaltet ein bunt gemischtes Angebot an Industrial Metal sowie Electro-, EBM- und vereinzelten Black-Metal-Ausflügen.

Die elf Songs – plus der Hidden Track „Uber Alles“ [sic!] – sind somit ein ganz schön harter Brocken geworden, zumal wohl nur die wenigsten Metaller damit etwas anfangen können werden. Innerhalb der Lieder spielt sich einiges ab und bisweilen wird mächtig der Stakkato-Groove ausgepackt [„Chaostructure“], doch oft stellt sich das Gefühl ein, dass HERRSCHAFT zu viel in zu kurzer Zeit wollen und daher die Songs zu überladen sind. Prinzipiell habe ich gegen gut verpackte Electro- und Industrial-Einflüsse nichts einzuwenden, zumal Bands wie RED HARVEST oder V:28 diese sehr clever einzusetzen wissen. Auf „Tesla“ tendiert das Quartett vielmehr in die Richtung von MARILYN MANSON, RAMMSTEIN, SUICIDE COMMANDO, VNV NATION [„I Am The One“], ASSEMBLAGE 23, FEINDFLUG oder frühe VELVET ACID CHRIST. Ab und an wird versucht, durch zusätzliche Elemente etwas mehr Ruhe in das Material zu bringen, was bei „Under Perfect Control“ und „Tesla“, deren Anfänge an DELERIUM erinnern, auch ganz gut gelingt. Der Gesang hingegen ist – wie beim EBM oft üblich – ziemlich eindimensional ausgefallen und gerade die vielen verzerrten und gekrächzten Anteile, die wohl den ausdrücklich erwähnten Bezug zum Black Metal darstellen sollen, sind recht anstrengend ausgefallen. Den Klargesang bei „Apocalypse Child“ hätte man sich und uns dafür lieber ganz ersparen sollen.
Textlich hingegen haben sich HERRSCHAFT ein interessantes Konzept zwischen Utopie und Dystopie ausgedacht, da sich die erste Hälfte der Scheibe mit einer hoch entwickelten und technologiegeprägten, jedoch beinahe sterilen und perfekten Gesellschaft beschäftigt, während die zweite Hälfte den Untergang der Menschheit aufgrund ihrer ausgeprägten Eitelkeit und Machtgeilheit behandelt. Spätestens jetzt sollten sich manche an solche Klassiker wie „12 Monkeys“, „Blade Runner“ oder „Mad Max“ erinnert fühlen.

„Tesla“ ist ein sehr ambitioniertes und vielschichtiges Werk geworden, das neben einem spannenden Konzept einige gute Ideen, aber auch diverse musikalische Durchhänger [„The Defenders“] enthält und aufgrund der vielen Einflüsse nicht reibungslos funktionieren will. Wer gegen durchgehend vertretene elektronische Komponenten nichts einzuwenden hat und sich prinzipiell für die Verquickung von Metal und Electro begeistern kann, sollte mal in „Tesla“ reinhören. Den meisten Lesern werden die Franzosen jedoch – durchaus berechtigt – zu experimentell, zu wenig ausgereift und zu sehr mit Effekten überfrachtet klingen.
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emi

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